Achtern raus segeln

Norbert ist einer der Geschäftsführer im Shanty. Er benutzt Wörter wie „ditte“, „Ick“ und „jewollt“. Seinen Akzent hat er bis heute beibehalten. Vor über 30 Jahren kam er von Berlin nach Hamburg. West Berlin, wie er betont. Warum er in St. Pauli gestrandet ist? Das hat der 56-Jährige mit vielen Kiezoriginalen gemeinsam – Schuld war die Seefahrt.
Die kleine Gardinenkneipe Shanty liegt in der Bleicherstaße, mitten in St. Pauli. Vor einigen Jahren war hier die Gaststätte Kleiner Mexikaner zu Hause. Das Shanty lag gegenüber. Nach einem Dachstuhlbrand wechselte man auf die andere Straßenseite. Tresen und Mobiliar zogen mit um und wurden den neuen Gegebenheiten angepasst. Nur die grüne Tür ist geblieben. An ihr hängt ein silbernes Metallschild mit dem Namen der Inhaberin Petra Mittmann. Ihr Mann Wilfried hat die Kneipe 1983 eröffnet.

Weiterlesen

Advertisements

„Irgendwann sterben die Kneipen aus“

„Nordpol, Ida, doppel Theodor.“ Wenn Thorsten Nitt seinen Nachnamen buchstabiert, hört man schnell, dass es sich bei ihm um einen waschechten Hamburger handelt. Seit 17 Jahren ist er Wirt im Aurora in Hamburg Eimsbüttel. Er liebt seinen Job. Vielleicht auch deswegen, weil er vorher etwas ganz anderes gemacht hat.

Weiterlesen

Drunken Germans Reeperbahn

Sympathischer Ausschnitt aus dem italienischen Dokumentarfilm „Mondo Cane“, der einen kleinen Einblick in das St. Pauli der 60er Jahre gibt.

Der Kiez hat sich seitdem sehr gewandelt. Das Befinden mancher Kneipengänger am Morgen danach wird sich indes kaum geändert haben.

Das Video ist schon etwas länger auf youtube zu sehen. Da sich allerdings eine gewisse Nähe zu diesem Blog ergibt, soll es auch hier gezeigt werden.

Cheers!

Sterben die Kneipen wirklich?

Wirte aus unterschiedlichen Stadtteilen berichten übereinstimmend, dass die typische Hamburger Eckkneipe in naher Zukunft aussterben wird. Dies liege zum einen am Alter der Stammgäste, die im Laufe der Zeit das Zeitliche segneten und zum anderen am Geldbeutel der Kneipenbesucher, der mit den Jahren stetig geschrumpft sei. Hinzu komme, dass sich möglicher Nachwuchs lieber in die bekannten Szeneviertel zurückzieht. Gardinenkneipe hat sich auf die Suche nach konkreten Zahlen gemacht Weiterlesen

Hommage

Die folgende Slideshow ist eine kleine Hommage an Hamburgs Gardinenkneipen und ihre Wirte. Alle Bilder wurden im Laufe der Recherche geschossen und befinden sich zum Teil bereits auf diesem Blog. Einige der Fotos stammen von Patrick Rösing (Ein guter Freund und Journalist in Hamburg). Vielen Dank dafür.

Renaissance der Gardinenkneipe

Die Eckkneipe stirbt aus. Diesen Satz hört man oft, unterhält man sich mit Wirten Hamburger Gaststätten. Als Grund wird häufig fehlender Nachwuchs genannt. Eine dieser Kneipen mit festem Stammpublikum war Jahre lang der Otzentreff in St. Pauli. Stephan und Jan haben den Laden zusammen mit drei  Freunden im November 2010 übernommen. Im Interview erzählen sie, wie es aussehen kann, wenn eine neue Generation in die typische Hamburger Kneipe einzieht.

Stephan (links) und Jan

Stephan (links) und Jan

Seit etwa einem Jahr seid ihr im Otzentreff. Warum?
Stephan: Das war zunächst eine Tresenspinnerei. Wir saßen hier mal beim Bier und der Vorbesitzer hatte im Schaufenster so einen abgerissenen Zettel liegen auf dem „Zu verkaufen“ stand. Wir haben dann den ganzen Abend rumgesponnen und als wir leicht angetrunken aus dem Laden gegangen sind, habe ich den Zettel wieder gesehen und gefragt, was er haben will. Er meinte 5000 Euro. Naja und 5000 mit fünf Leuten, das geht ja. Und so kam das langsam auf den Weg.

Weiterlesen

Gardinen-Flattr

Recherchen sind teuer (siehe Foto) und das Leben als Student und junger Journalist erst recht. Daher können Artikel auf Gardinenkneipe jetzt geflattred werden. Was das genau bedeutet, erklärt Medienjournalist Stefan Niggemeier auf seinem Blog.

Schönes Foto von Patrick Rösing (Danke)

Schönes Foto von Patrick Rösing (Danke)

Stammgäste und Polizei – Zum Glaskasten Teil 2

„Gott sei Dank, der lebt noch. Einer meiner Uralt Stammgäste.“ Wirt Karl-Heinz Gebhardt deutet auf den Herrn, der soeben mit seiner Frau die Kneipe Zum Glaskasten an der Saarlandstraße 29a betreten hat. Das Ehepaar Loeh wohnt gleich um die Ecke. Während Herr Loeh sich an den Tresen setzt, steuert Frau Loeh einen der freien Holztische an. Er bestellt Bier, sie „Selterwasser“.  Für ein Foto gesellt sie sich bereitwillig zu ihrem Mann.        (zu Teil 1)

Reinhard und Christina Loeh. Die ältesten Stammgäste

Reinhard und Christina Loeh - Die ältesten Stammgäste

Das Gespräch mit Karl-Heinz Gebhardt ist für kurze Zeit unterbrochen. Neuigkeiten werden ausgetauscht. Man erkundigt sich nach dem Befinden des jeweils anderen. „Wir machen hier grad ein Interview“, erklärt Gebhardt seinen grinsenden Gästen. „Wir wollen mal wieder ins Internet.“ Aus dem Grinsen wird ein Lachen. „Meine Freundin Frau Schmiedel hat er auch schon besucht.“

„Arbeitet die heute, sie hat doch frei“, sagt Frau Loeh.

Weiterlesen