Achtern raus segeln

Norbert ist einer der Geschäftsführer im Shanty. Er benutzt Wörter wie „ditte“, „Ick“ und „jewollt“. Seinen Akzent hat er bis heute beibehalten. Vor über 30 Jahren kam er von Berlin nach Hamburg. West Berlin, wie er betont. Warum er in St. Pauli gestrandet ist? Das hat der 56-Jährige mit vielen Kiezoriginalen gemeinsam – Schuld war die Seefahrt.
Die kleine Gardinenkneipe Shanty liegt in der Bleicherstaße, mitten in St. Pauli. Vor einigen Jahren war hier die Gaststätte Kleiner Mexikaner zu Hause. Das Shanty lag gegenüber. Nach einem Dachstuhlbrand wechselte man auf die andere Straßenseite. Tresen und Mobiliar zogen mit um und wurden den neuen Gegebenheiten angepasst. Nur die grüne Tür ist geblieben. An ihr hängt ein silbernes Metallschild mit dem Namen der Inhaberin Petra Mittmann. Ihr Mann Wilfried hat die Kneipe 1983 eröffnet.

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„Irgendwann sterben die Kneipen aus“

„Nordpol, Ida, doppel Theodor.“ Wenn Thorsten Nitt seinen Nachnamen buchstabiert, hört man schnell, dass es sich bei ihm um einen waschechten Hamburger handelt. Seit 17 Jahren ist er Wirt im Aurora in Hamburg Eimsbüttel. Er liebt seinen Job. Vielleicht auch deswegen, weil er vorher etwas ganz anderes gemacht hat.

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Stammgäste und Polizei – Zum Glaskasten Teil 2

„Gott sei Dank, der lebt noch. Einer meiner Uralt Stammgäste.“ Wirt Karl-Heinz Gebhardt deutet auf den Herrn, der soeben mit seiner Frau die Kneipe Zum Glaskasten an der Saarlandstraße 29a betreten hat. Das Ehepaar Loeh wohnt gleich um die Ecke. Während Herr Loeh sich an den Tresen setzt, steuert Frau Loeh einen der freien Holztische an. Er bestellt Bier, sie „Selterwasser“.  Für ein Foto gesellt sie sich bereitwillig zu ihrem Mann.        (zu Teil 1)

Reinhard und Christina Loeh. Die ältesten Stammgäste

Reinhard und Christina Loeh - Die ältesten Stammgäste

Das Gespräch mit Karl-Heinz Gebhardt ist für kurze Zeit unterbrochen. Neuigkeiten werden ausgetauscht. Man erkundigt sich nach dem Befinden des jeweils anderen. „Wir machen hier grad ein Interview“, erklärt Gebhardt seinen grinsenden Gästen. „Wir wollen mal wieder ins Internet.“ Aus dem Grinsen wird ein Lachen. „Meine Freundin Frau Schmiedel hat er auch schon besucht.“

„Arbeitet die heute, sie hat doch frei“, sagt Frau Loeh.

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Gardinenkneipe unter Denkmalschutz

In der Kneipe Zum Glaskasten in Winterhude ist Karl-Heinz Gebhardt der Chef. Der freundliche 67-Jährige ist ein alter Hase im Gaststättengewerbe. Neben dem Glaskasten führte er zahlreiche andere Kneipen in Hamburg – unter anderem auf St. Pauli. Heute bedient er seine Kunden ganz in der Nähe des Bahnhofs Saarlandstraße.

„Normalerweise bräuchte ich hier nicht mehr schuften. Ich bin ja Rentner. Aber was soll ich sonst tun. Ich arbeite selbst nur am Wochenende. Von Montag bis Freitag habe ich Angestellte. Dann sitze ich aber trotzdem hier. Das ist praktisch mein Stammplatz.“

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Bonner Beamtin bedient Barmbek

Eigentlich möchte sich Frau Schmiedel gar nicht fotografieren lassen. Das Angebot, sie nur von hinten bei der Arbeit abzulichten, schlägt sie jedoch aus. „Wenn es schon sein muss, dann richtig.“

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